Die verlorenen Lieblingsdinge…

Es gab eine Zeit, da war es für mich selbstverständlich einmal in der Woche zur Musikschule zu gehen. Keyboardunterricht in der Gruppe. Das war echt ganz schön und ich hatte das Glück eine geduldige Mutti zu haben, die mich immer gefahren und für den Weg sogar Mittagessen gekocht hat 🙂 (Vielen Dank an dieser Stelle an die tolle Mutti!!!!)
Ein paar Jahre später habe ich dann noch kurze Zeit Klavierunterricht dran gehangen, das fand ich vom Klang und Gefühl her einfach schöner.

Mit 14 dann zum Volleyball. Ines, Else und Anne haben Mitstreiter gesucht, daraus hat sich eine Mädelsmannschaft gegründet, später haben wir sogar mixed (mit Jungs! :D) gespielt. Aufregende Jahre, mit so richtigen Punktspielen, einem tollen Trainer und ganz ganz vielen wunderbaren gemeinsamen Stunden. Keine einzige davon möchte ich zurück geben.

Und all die Jahre umrahmt von Musik und Theater. Theater in der Schule, mit der Klasse, mit Freunden, eigene Inszenierungen, verrückte Szenen und ungewöhnliche Projekte. Und Musik? Musik einfach überall – im Bus, zu Hause, zwischendurch, auf Konzerten, mit Freunden, auf mySpace, vor allem laut und mit Gitarre und Schlagzeug.

Bei der Frage, welche Hobbys ich habe (im Unterricht oder in Freundschaftsbüchern) yoah naja Lesen, Klavier spielen, Volleyball, mit Freunden abhängen, sowas halt.

Aber eigentlich alles ganz selbstverständlich und auch ein bisschen langweilig. Halt so „Allerweltshobbys“, dachte ich immer.

Dabei habe ich gar nicht gemerkt, was ich da eigentlich hatte.

Dann 18 – Führerschein – Abitur – endlich Erwachsen – die Welt steht mir offen – sensationelle Gefühle – ich, am Höhepunkt meiner Motivation, voller Tatendrang – bereit, die Welt zu erobern!!

Nie hätte ich gedacht, dass ich irgendetwas von dem, was ich an meinem letzten Schultag hatte, jemals wieder verlieren würde. Ich hatte mir doch gerade erst alles Stück für Stück, Jahr für Jahr hart erarbeitet. Das war ich. Mein Freundeskreis. Meine Träume und Pläne. Ab hier immer nur besser, immer nur mehr, immer nur weiter.

Und heute?

Manchmal, wenn ich Zeit dafür habe, drücke ich „Pause“ und schaue mich um – ich sehe Arbeit, frühinsBettgehensonstbinichmorgenzumüde, ohmanichmussschonwiederdringenddieWohnungputzen, heutesollteichmalwasgesundeszumAbendessenkochen, wennichgutbinschaffeicheszweimaldieWocheinsFitnessstudio, dieListemitIdeenfürmeinenBlogwirdimmerlänger, jetzthabeichschonwiedernichtmeineOmaangerufen, wannschaffeichesendlichmaleinpaarKiloabzunehmen??, ichfangetausendDingeanundbringenichtszuEnde, wennsgutläufttreffeichamWochenendemalwiederFreundeoderFamilie.

Die Hobbys haben sich still und heimlich aus meinem Leben geschlichen…ich höre nicht mal mehr Musik, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit bin. Und das finde ich unglaublich traurig! Habe gleich eine Liste mit guter Musik erstellt, die dringend auf mein Smartphone muss 🙂

Was ich mit diesem Beitag sagen will: nach meinem Studium und dem Einstieg in die Arbeitswelt stelle ich fest, dass ich vieles auf meinem Weg verloren habe, was mir einst so wichtig war.

Ich hoffe, dass ich bei dem Ein oder Anderen heute wieder anknüpfen und meine Talente oder Lieblingsdinge wieder entdecken kann.

Geht euch das auch manchmal so?

Ein Kommentar zu “Die verlorenen Lieblingsdinge…

  1. Jessika

    Du bist doch in dem Moment, als du den Betrag geschrieben hast, einem Hobby nachgegangen: dem Bloggen 🙂

    Aber du hast recht. Mit dem „Erwachsenwerden“ schwinden die Hobbys tatsächlich. Da kann man von Glück reden, wenn man nen Job abbekommen hat, der einem (halbwegs) Spaß macht 😀

    Aber da können wir uns glaube nicht beschweren 😉

    Ich glaube echt, dass man sich manchmal zu seinem Glück zwingen muss – also ganz bewusst sagt: So, jetzt lass ich alles stehen und liegen und schwing mich auf’s Rad, knall mich in die Sonne, gehe shoppen oder mach sonst was, was man persönlich mit Spaß verbindet.

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