Ein Abschied und mein Weihnachtswunsch

 

Wie persönlich ist so ein Blog eigentlich? Oder – wie persönlich möchte ich meinen Blog gestalten? Mir war es von Anfang an wichtig, nicht nur mal eben so über Reisen zu schreiben und Tipps zu geben, sondern es sollte von Herzen kommen. Denn so schreibe ich am liebsten. Vom Herz in den Kopf und dann raus.

Und so veröffentliche ich auch immer mal Artikel als „GedankenLauf“, über Dinge, die mich beschäftigen. Oder Erkenntnisse und Einfälle, die ich gern teilen möchte, damit auch du sie ein Stück mitnehmen kannst und damit dein Leben vielleicht positiv veränderst. Auch auf meiner „Über mich“ Seite habe ich solche, für mich wichtigen Gedanken festgehalten.

Und so entsteht nun auch dieser Beitrag, der mir so kurz vor Weihnachten auf dem Herzen liegt. Es geht um Zeit, um einen Abschied und um meinen Weihnachtswunsch.

 

Mit der Zeit kommt auch ein Abschied

Die Zeit rast. Gefühlt. Jeden Tag. Aber manchmal bleibt sie auch einfach stehen.
Wie vor drei Wochen zum Beispiel. Meine Mama Jeannette ist ganz plötzlich und unerwartet von uns gegangen. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Und jetzt sitze ich hier und weiß gar nicht so richtig, ob das nun hier rein gehört oder nicht. Aber du kennst meine Mutti schon. Denn mir war es zum Glück wichtig, Zeit mit ihr zu verbringen. Und so schwer die Stunden auch sind, in denen man versucht zu begreifen, was passiert ist, umso schöner sind die Momente, in denen man sich daran erinnert, dass man die gemeinsame Zeit zusammen gut genutzt hat.

An den letzten beiden Muttertagen zum Beispiel haben wir unsere beiden Muttis eingeladen. Und mit ihrem Einverständnis habe ich dann darüber geschrieben – um das Erlebnis zu teilen, aber auch um die Idee weiter zu geben, der Mutti einfach mal eine schöne Überraschung zu machen. So waren wir in einem Jahr zur Landesgartenschau in Schmalkalden und dieses Jahr im Escape Room Erfurt.

 

 

Und es sind diese wundervollen Erinnerungen, die mir keiner mehr nehmen kann und die Mut machen und Kraft geben, trotz allem nach vorn zu blicken. Man hört immer von so vielen Schicksalsschlägen, aber insgeheim denkt man dabei, dass das einem selbst schon nicht passieren wird. Aber niemand kann in die Zukunft sehen.

Aber jeder kann seine Zukunft gestalten.

 

Mein Weihnachtswunsch

Und deswegen habe ich einen Weihnachtswunsch an dich!

Vieles scheint selbstverständlich und wir streben oft nach mehr. Mehr Geld, mehr Glück, mehr Erfolg. Das ist auch ganz normal, finde ich. Aber was wir dabei manchmal vergessen ist, inne zu halten und sich um zusehen – was habe ich schon geschafft? Habe ich nicht schon viel Glück?

Bitte nimm dir die Zeit! Sei´ dankbar für das, was du hast und sei´ stolz auf dich.
Und dann nimm dir die Zeit für deine Familie. Sag ihnen, dass du sie liebst. Mach den Eltern und Großeltern eine Freude und sei´einfach bei ihnen. 
Das ist das größte Geschenk, was wir an Weihnachten machen können.

 

Ich habe das in den letzten Jahren immer wieder ganz bewusst gemacht und war und bin sehr dankbar, für die tolle Familie und die tollen Freunde, die ich habe! Ich hatte auch immer unverschämt viel Glück. Ich habe sogar mal ein Auto gewonnen, unfassbar! In vielen Dingen hatte ich große Unterstützung, aber oftmals habe ich mir mein kleines Glück auch selbst erschaffen.

Und so habe ich mir immer wieder vorgenommen, öfter nach Hause zu fahren. Mehr Zeit mit der gesamten Familie zu verbringen. Und das ist auch weiterhin mein Ziel für die nächsten Jahre.

 

Exkurs in mein Studium

Mit unserem English-Dozenten haben wir uns im Studium über unsere beruflichen Ziele unterhalten. Wir haben über Manager und Leader diskutiert und ich sollte antworten, was ich lieber wäre.

Meine Antwort war, dass ich keines von beiden sein muss. Es war mir nicht wichtig. Ich wollte immer einen Job, der mir Spaß macht. Mit dem ich genug Geld verdiene, um gut über die Runden zu kommen, der mir aber auch genug Zeit lässt, um mich mit den Dingen zu beschäftigen, die mir wirklich wichtig sind.

Mein Dozent hat mich ausgelacht. Nein, ich übertreibe nicht! Er hat gelacht und gesagt, dass ich wohl studiere, um mir einen reichen Mann zu suchen, damit ich mit den Kindern und der Katze später vorm Kamin sitzen kann.

Zunächst war ich entsetzt und sehr wütend. Aber dann hat er mir einfach nur Leid getan. Mit seinen paar-und-50 Jahren hatte er keine Ahnung, was im Leben wirklich zählt. Er hat überhaupt nicht verstanden, was ich gesagt habe. Oder vermitteln wollte.

 

Ein Experiment für dich

Wenn es dir schwer fällt Entscheidungen zu treffen oder überhaupt Lebensziele zu finden, dann stell´ dir vor, dass du so richtig alt bist. Gern auch mit Katze und Decke vorm Kamin.

Und dann blicke imaginär auf dein Leben zurück. Was siehst du?
Ein Teil davon ist schon gelebt. Aber sicherlich gibt es bestimmte Wünsche und Eckpunkte, die dir in den Sinn kommen, die zu deinem Leben gehören sollten.

 

Für mich ist in den letzten Wochen ein ganz wesentlicher Wunsch hinzu gekommen. Ich möchte mal so werden, wie meine Mum. (Das, was man als Teenager immer nicht möchte.) Ich möchte das, was sie mir gegeben hat, an andere weiter geben – das Sanfte, die Liebe, die Geborgenheit, die Großzügigkeit. Ich hätte mir keine schönere Kindheit und Jugendzeit vorstellen können und ich habe es immer geliebt, nach Hause zu kommen. Und ich liebe es natürlich auch jetzt noch.
Und das ist so ein riesen Geschenk!

 

Ich wünsche dir also ein besinnliches Weihnachtsfest und ein paar ruhige Tage. Genieße die Zeit und sei einfach für deine Lieben da!

Alles Liebe, Julia

 

8 Kommentare zu “Ein Abschied und mein Weihnachtswunsch

  1. Holger

    Liebe Julia,
    du brauchst nicht so zu werden wie deine Mama, du bist es nämlich schon.
    Ich weiß es.

    Dein Papa

    Antworten

    1. Julie

      Danke Papa ♥

      Antworten

  2. Michaela Linke

    Was für ein berührender und herzerwärmender Beitrag und du hast so Recht und es kann einfach nicht oft genug gesagt werden! Alles Liebe und Gute für dich und ich glaube du sollst einfach so bleiben wie du bist, dass würde deine Mama sicher genauso sehen ♥

    Antworten

    1. Julie

      Danke liebe Michaela!

      Antworten

  3. Renate

    Liebe Julia,
    ich war 34, als meine Mama von uns ging. Es hat sehr lange gedauert, bis ich das einigermaßen überwunden habe. Fühl dich gedrückt. Ich weiß, wie du dich fühlst.

    Mit meinen über 50 Jahren kann ich deinen Prof nur widersprechen. Es ist so wichtig, dass du dich auch auf der Arbeit wohlfühlst. Geld allein kann das nicht ausgleichen!

    In meiner Familie haben wir das Schenken an Weihnachten gestrichen, außer bei Kindern natürlich. Wir schenken uns lieber gemeinsame Zeit, Unterstützung in schwierigen Situationen und gemeinsames Lachen.

    Liebe Grüße
    Renate

    Antworten

    1. Julie

      Liebe Renate,
      danke für deine lieben Worte! So viele Menschen haben mir schon erzählt, dass ihnen ähnliches widerfahren ist. Da denkt man vorher gar nicht so darüber nach.
      Es ist eine sehr schöne Idee, sich quasi gemeinsame Zeit zu schenken. Und auch sehr wichtig, sich diese dann wirklich zu nehmen.
      Ich wünsche euch ein wundervolles Weihnachtsfest!
      Liebe Grüße,
      Julia

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  4. Inka

    Oh meine Liebe, das tut mir unendlich leid. Ich habe selbst meine Mutter früh verloren und weiß vielleicht ein bisschen, wie sich das anfühlt. Der große Unterschied zwischen uns beiden aber ist Deine Dankbarkeit. Vielleicht lag es an meinem Teenageralter, aber bis ich so weit war wie du nach so kurzer Zeit vergingen bei mir mehrere Jahre. Heute kann ich deine Gedanken sehr, sehr teilen. Meine Dankbarkeit ist unendlich und ich denke mir immer, dass das das Erbe meiner Mutter an mich ist – wie kostbar.
    Ich bewundere Deine Stärke und deine wunderbaren, reflektierten und warmen Worte und wünsche Dir viel Kraft, aber ich bin zuversichtlich, dass du das Glück in dir trägst.
    Alles Liebe,
    Inka

    Antworten

    1. Julie

      Liebe Inka,
      wir kennen uns ja persönlich gar nicht und trotzdem findest du so treffende und wundervolle Worte!
      Ich danke dir ganz herzlich und bin noch ganz baff von deiner lieben Anteilnahme. Ich habe auch das Gefühl, dass ich meiner Mutti jetzt noch viel näher bin als zuvor. Wie paradox. Aber das liegt wohl daran, dass es vorher so selbstverständlich war, dass sie immer da war. Dass du das als Teenager anders empfunden hast, kann ich absolut nachvollziehen. Ich habe mich in den letzten Jahren viel besser mit meiner Mutti verstanden, als in der Zeit, in der ich noch zu Hause gewohnt habe. Obwohl wir uns nie schlimm gestritten haben oder so.
      Danke für deine lieben Worte, ich wünsche auch dir alles Liebe und ein wundervolles Weihnachtsfest.
      Julia

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