Die Überraschung beim 2. Besuch – warum man keine Bewertung zu ernst nehmen sollte

Stellt euch vor, ihr reist 3 Monate durch ein fremdes Land. Ihr lernt nicht nur Land und Leute kennen, sondern auch euch selbst von einer ganz anderen Seite. Ihr entdeckt neue Hobbys und Lieblingsspeisen, bemerkt wie gut es sich anfühlt, eigentlich immer draußen zu sein und, dass die Welt so viel schöner ist, wenn man aus seiner Komfortzone ausbricht.

Was passiert, wenn Start und Ziel identisch sind? Wenn der Anfang auch das Ende ist? Wenn ihr einen Ort aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven seht?

 

Unser (unbeabsichtigter) Selbstversuch:

 

Im November sind wir in Auckland gelandet und hatten unseren Campervan bereits in Mangawhai Heads reserviert. Von dort aus sind wir nach Norden gestartet, Richtung Cape Reinga.

Der erste Stopp: Whangarei, einkaufen! Und was für ein Einkauf…die ersten Lebensmittel, Spülmittel, einzelne Geschirrteile (der Camper hatte schon eine gute Grundausrüstung), Taschentücher, Küchenrolle, usw.

Und das im Pak´n´save…einem der günstigsten aber auch größten Supermärkte in Neuseeland. Wir haben uns die Zeit genommen und sämtliche Preise verglichen. Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert 😀

Im Anschluss dann die Unsicherheit – wo fahren wir heute noch hin? Wie weit kommen wir so? Gibt es hier etwas zu sehen oder sollte man lieber weiter fahren?

Die Stimmung war irgendwie etwas angespannt, ich hatte keine Lust noch weit zu fahren und auch so gar keine Ahnung von der Region.

Also haben wir uns geeinigt den nächstgelegenen Campingplatz außerhalb der Stadt aufzusuchen und sind in Tutukaka gelandet. (Kein Scherz, der Ort heißt wirklich so! :D)

Direkt an der Küste, klein, nicht besonders viel los – und wir mussten erstmal alles abwaschen, was das Auto so zu bieten hatte… Dabei haben wir ein paar nette Deutsche kennen gelernt (die später noch zu guten Freunden geworden sind 🙂 ). Aber eigentlich wollten wir doch viel lieber Neuseeländer treffen!!

Den Campingplatz fanden wir ganz ok, waren aber auch froh, als wir am nächsten Morgen ausgeschlafen und wieder gut gelaunt den Roadtrip antreten konnten.

 

Die Suche nach dem schönsten Tauchspot

Während unserer Zeit in Neuseeland haben wir immer mal wieder nach guten Tauchplätzen Ausschau gehalten. Aber am Anfang war es ganz schön kalt, dann war alles ausgebucht, zuletzt hat uns die Dame in der Tourist Info ganz komisch angeschaut: „Ach, da kann man auch tauchen?“

Letzten Endes wurden uns die Poor Knights Island empfohlen. Und eine schnelle Recherche hat ergeben, dass sich diese oberhalb von Auckland befinden. Also da, wo wir unser Auto zurück verkaufen würden. Super! Nichts wie hin 😀

 

Tutukaka, lustiger Name!

Während wir durch Auckland gefahren sind, haben wir dann genauer geschaut wo sich eigentlich das Dive Center befindet und ob es dort auch einen Campingplatz gibt. Tutukaka, ahja, klingt ja lustig! Und einen Campingplatz gibt es hier auch. Zwar ein bisschen teuer, aber das kennen wir ja schon von der Region. Wir waren ja schon mal hier.

Das wir allerdings genau hier schon einmal waren, war uns gar nicht mehr bewusst!
Nicht mal auf dem Bild haben wir den Campingplatz wieder erkannt 😀

 

Oh, wie schön es hier doch ist!

Als wir nun das zweite Mal nach Whangarei und anschließend nach Tutukaka gefahren sind, sah die Welt plötzlich ganz anders aus.

Die Stadt wirkte vertraut und hat uns wie alte Freunde begrüßt: „Hey, Julia und Thilo, da seid ihr ja wieder!“ Wir sind extra noch einmal im Pak´n´save einkaufen gegangen und haben gegenüber einen Kaffee getrunken. Wie „damals“ 😀 Einfach weil es ein vertrautes und schönes Gefühl war.

Und Tutukaka ist erst schön!! Wir haben die Fahrt durch diese wunderschöne Landschaft total genossen: rollende Hügel mit saftigen Wiesen, direkt an der Küste entlang. Es gibt zwischen Whangarei und Matapouri so viele tolle Strände und Buchten an denen man baden, surfen, kayaken und angeln kann! Richtig traumhaft 🙂

Und am wichtigsten: genau von hier starten auch die Tauchausflüge. Also DIE Tauchausflüge. Die, die sich in Neuseeland wirklich lohnen sollen.

Mir ist beim ersten Mal gar nicht aufgefallen, dass man hier überhaupt tauchen kann. Obwohl ich kurz vorher ja erst meinen Tauchschein (in Bali) gemacht hatte.

 

Fazit?

Es ist schon verrückt, wie die persönliche Stimmung und das Reise-Befinden beeinflussen, wie man einen Ort wahrnimmt.

Ich werde diesen kleinen Abschnitt nun ganz anders in Erinnerung haben, als vermutet. Und das ist super! Wir werden sogar noch eine Woche hier wwoofen, bevor wir das Auto zurückgeben. Das wird noch einmal eine völlig andere Sicht auftun 🙂

Und es zeigt: Reiseempfehlungen sind immer sehr subjektiv und von so vielen Faktoren abhängig! (Wetter, Vorlieben, Ziele, Jahreszeit, Personen, Begegnungen, …)

Daher sollte man sich nie von einer schlechten Bewertung auf Portalen oder einem negativen Reisebereicht abschrecken lassen, wenn man eine Reise plant. Überlegt im Vorfeld welcher Reisetyp ihr seid und ob die Umstände, die zu diesem Bericht geführt haben, auch für euch zutreffen können.

 

3 Kommentare zu “Die Überraschung beim 2. Besuch – warum man keine Bewertung zu ernst nehmen sollte

  1. Peter

    Hallo Julie,

    vielen Dank für diesen schönen Artikel! Ich war selber ein Jahr in Neuseeland und habe die gesamte Zeit im Van gelebt. Und da kam es auch gelegentlich vor, dass ich noch einmal an einen Ort zurückkam, an dem ich vorher schon war. Und dann erging es mir ähnlich wie dir: Dadurch dass ich jeden Tag unterwegs war und etwas Neues gesehen habe, war dieses Zurückkommen an einen Ort, den ich schon kannte, immer auch ein bisschen wie nach Hause kommen. Ein komisches, aber auch schönes Gefühl.
    Es ist schön zu lesen, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht 🙂

    Liebe Grüße
    Peter von 100woerter.de

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    1. Julie

      Lieber Peter,
      danke für deinen Besuch auf meinem Blog! 🙂
      Ein ganzes Jahr, wie herrlich! Wir waren drei Monate in Neuseeland, aber auch das war schon eine wundervolle Zeit. Es freut mich, dass du dich in meinen Gedanken wieder finden konntest. Danke für deinen Kommentar!
      Liebe Grüße,
      Julie

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  2. Sonja

    Das ist ja echt eine lustige Story! Da hast du schon Recht, dass man Orte ganz anders wahrnimmt, wenn man gut gelaunt ist. Ist so ähnlich wie mit dem Wetter, bei Sonnenschein ist auch nochmal alles viel schöner 🙂

    Liebe Grüße,
    Sonja von Join The Sunny Side

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